Giuliana Gadea: „Alles trage ich in mir“
- 21. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Apr.

Im Rahmen unserer Kampagne zum 10-jährigen Jubiläum von Frauenalia, „10 Frauen, 10 Stimmen", stellen wir Ihnen heute Giuliana Gadea vor. Eine Frau, die jung nach Deutschland kam, Herausforderungen in Chancen verwandelte und im Unternehmertum ihre Freiheit fand. Ihre Geschichte ist ein Zeugnis von Resilienz, Farbe und Gemeinschaft.
Von den Farben von Barranco zum Grau Berlins
Giuliana wurde in Barranco, Lima geboren, einem Viertel voller Leben, Farbe und Freude. Ihre Kindheit war glücklich, ohne große Sorgen, einfach im Moment leben. Doch alles änderte sich im Frühling 1993, als ihre Mutter nach Deutschland emigrierte.
„Hier fand ich eine graue Stadt, Gebäude gezeichnet von einer harten Geschichte und ein Gefühl von Schwere", erinnert sich Giuliana. Der Kontrast war brutal: von peruanischer Wärme in eine neue, kalte Welt. Doch ihre Offenheit war entscheidend: „Ich widersetzte mich dem Wandel nicht, ich ließ mich integrieren".
Umgeben von anderen Migranten lernte sie schnell Deutsch und bildete ihre erste Gemeinschaft. Sie studierte am Studienkolleg Potsdam, wo sie nicht nur die Sprache beherrschte, sondern auch die deutsche Geschichte und Kultur verstand.
Erste Schritte: Unabhängigkeit und Menschlichkeit
Ihre ersten Jobs waren bescheiden, aber prägend: Kinder betreuen (wo sie Deutsch spielend lernte), Häuser putzen und als Kellnerin. „Diese Arbeit bedeutete Unabhängigkeit. Ich ernährte mich selbst, während ich studierte", erklärt sie.
Sie lernte, mit allen Arten von Menschen umzugehen, ohne zu urteilen zu beobachten. „Diese Phase machte mich menschlicher", sagt sie herzlich. Sie reiste, wuchs und baute ihren Weg Schritt für Schritt auf.
Die Reise, die alles veränderte: Ayacucho
Ein Wendepunkt kam nach einer toxischen Arbeitsumgebung. Sie bat ihren Partner um Zeit und reiste allein nach Peru. Sie reiste von Lima bis Ayacucho, wo sie eine Frau in Armut stickend sah.
„Wo nimmst du diese Inspiration her?", fragte sie. Die Antwort war aufschlussreich: „Alles trage ich in mir". Giuliana verstand, dass sie nicht draußen suchen musste, was sie schon in sich hatte. Das war der Anfang von allem.

Qoya: Peruanische Farben in Berlin
Zurück in Deutschland entstand Qoya, ihr erstes Projekt: peruanische Handwerkskunst voller Kultur und Bedeutung. Der Markt war nicht bereit („zu bunt", hieß es), aber etwas in ihr hatte sich verändert.
Sie wollte nicht mehr von fremden Jobs abhängig sein. Sie hatte Erfahrung, Sprachen und Bedürfnis nach Freiheit. Sie entwickelte sich zu einem eigenen Laden: ein einzigartiger Raum voller Farbe und Identität in einem sehr deutschen Viertel.
„Es war mein kreativer Tempel. Da konnte ich selbst sein, ohne Grenzen", erinnert sie stolz. Die Leute begannen sich zu verbinden, und skeptische Kundinnen wurden treu.
Pandemie, Schließung und Befreiung
Die Pandemie brachte unerwartetes Wachstum: Online-Basis bereit und Masken, die sie massiv verkaufte. Doch nach der Pandemie änderte sich die Wirtschaft. Sie traf die schwerste Entscheidung: den Laden schließen.
„Es war, als würde ich einen Teil von mir schließen. Ich fühlte Traurigkeit… aber auch Klarheit",
gesteht sie. Sie befreite sich von Druck und Bürokratie, arbeitet von zu Hause, lernte Nähen und veränderte ihren Lebensrhythmus. Sie setzte ihr Unternehmen „Tulipas" fort, das online läuft und an Berliner Messen teilnimmt, und hält ihre kreative Leidenschaft lebendig.
Frauenalia: Der Kompass auf dem Weg
Mitten in Zweifeln kam Frauenalia. „Sie kamen im richtigen Moment. Sie waren mein Kompass", sagt Giuliana. Sie gaben praktische Orientierung zum deutschen System und vor allem Gemeinschaft.
Sie lernte Frauen auf demselben Weg kennen. „Das verändert alles. Unternehmen ist nicht einfach, aber du musst es nicht allein machen".

Botschaft an migrantische Frauen
Heute rät Giuliana: „Mach es nicht allein. Suche Unterstützung und umgib dich mit anderen Frauen". Wenn Unternehmertum nicht klappt, ist es kein Scheitern: „Es ist ein Leitfaden, ein ehrlicher Lehrer".
Und eine wichtige Erinnerung: Nicht alle müssen unternehmen.
„Das ist okay. Wichtig ist, dir selbst treu zu bleiben. Aber wenn du es tust… trau dich. Jeder Sturz gibt dir eine einzigartige Kraft".
Giuliana Gadea erinnert uns, dass die wahre Farbe innen ist. Ihre Geschichte ist Teil der „10 Frauen, 10 Stimmen" zu unseren 10 Jahren.










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